Polizeigewalt gegen LobauBleibt-Aktivisten im Polizeianhaltezentrum Rossauer Lände nach Baumhaus-Räumung

Wien, am 23. Februar – LobauBleibt-Aktivist:innen errichteten am vergangenen Samstag ein Baumhaus in Hirschstetten, um weitere Rodungen für die Stadtautobahn, welche die Wiener Stadtregierung durch das Zentrum von Hirschstetten betonieren will, zu verhindern. Daraufhin schickte Bürgermeister Ludwig ein Großaufgebot der Polizei und WEGA-Spezialkräfte, um das Baumhaus räumen zu lassen – von einem Baum, der laut jüngstem Gerichtsurteil frühestens im August gerodet werden darf, dessen baldige Rodung aber dennoch zu befürchten ist. (OTS verlinken: Stadtstraße: Baumfällungen bei Nachtarbeitsbereichen erst ab August rechtskonform möglich | VIRUS – WUK-Umweltbureau, 21.02.2022 (ots.at)

Das Vorgehen der Polizei war gewaltsam: Vier der friedlich demonstrierenden Menschen wurden wegen Verwaltungsübertretungen verhaftet, einem Aktivisten brach die Polizei die Rippe, als er sich schon in Polizeigewahrsam befand.

“Es ist ein Skandal: Der Staat antwortet mit Gewalt, wenn sich Menschen friedlich für den Schutz unseres Klimas, gegen eine zerstörerische Betonpolitik und für den Schutz von Bäumen einsetzen. Dieses Vorgehen darf nicht ohne Folgen bleiben”, so Anna Kontriner, Sprecherin von LobauBleibt.

Der verletzte Aktivist, dem es den Umständen entsprechend gut geht, beschreibt den Vorfall im Polizeianhaltezentrum wie folgt: “Ich bin zusammengekauert am Boden gelegen, dann hat mir ein Polizist sein Knie in den Rücken gerammt und mir so die Rippe gebrochen. Der Arzt vor Ort hat die Verletzung zwar festgestellt, aber weder behandelt noch mich ins Krankenhaus bringen lassen. Ich bekam eine Schmerztablette und musste 24 Stunden in Polizeigewahrsam bleiben – trotz der gefährlichen und schmerzhaften Verletzung.”

“Eine echte Klimamusterstadt würde nicht gewaltsam gegen Klimaaktivist*innen vorgehen. Doch wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir setzen uns weiter friedlich, mutig und standhaft für eine klimagerechte Welt ein”, so Lena Schilling, Sprecherin von LobauBleibt. Rechtliche Schritte sind bereits in Vorbereitung.

Der verletzte Aktivist meint abschließend: „Ich will nichts anderes, als mich für eine sozial gerechte, ökologische und friedliche Zukunft für unsere Kinder einzusetzen. Ich appelliere an Bürgermeister Ludwig, unser Engagement ernst zu nehmen und endlich diese Straße ins Nirwana, diese Straße ins Nichts, wie Ludwig selbst sie genannt hat, abzusagen – Gewalt ist keine Lösung.”

Fotos der Aktion zur freien Verwendung: https://www.flickr.com/photos/systemchange_not_climatechange/albums/72177720296797583

Kontakt & Rückfragen: 

Anna Kontriner
Sprecherin: Extinction Rebellion & LobauBleibt
Tel.: +43677 64123091
E-Mail: presse@xrebellion.at

Lena Schilling
Sprecherin: Jugendrat & LobauBleibt
Tel.: +43 660 584 8884
E-Mail: lena.ats@gmx.at